14. Januar 2021 | Feinschliff bei der Konkretisierung in Niedersachsen

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Liebe Anbieter, liebe Mitglieder,

über die „Entwicklung“ der Auffassung des Ministeriums in Nordrhein-Westfalen hatte ich gestern berichtet.

Interessant ist die heute vorgenommene Änderung der FAQs in 

NIEDERSACHSEN.

"Was gilt für den Rehasport?
Rehasport kann ausschließlich im Rahmen medizinisch notwendiger Behandlungen als Individualsport und nur in diesem Rahmen als Sport in der Gruppe betrieben werden, sofern eine individuelle Realisierung der medizinisch notwendigen Maßnahmen nicht möglich ist.

Was ist unter Rehasport zu verstehen?
Bei Rehabilitationssport handelt es sich ausschließlich um eine medizinisch notwendige und ärztlich verordnete Maßnahme (§ 64 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX). Gruppen trainieren dabei unter ärztlicher Betreuung und Überwachung.

Mit wie vielen Personen und unter welchen Voraussetzungen darf dieser Sport betrieben werden?
Die Gruppengröße ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und kann daher variieren. Dabei ist es wichtig, z. B. einen Mindestabstand von 2,5 Metern zwischen den Sporttreibenden zu belassen und bis zum Erreichen des Platzes eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die genauen Einzelheiten zur Durchführung des Angebotes muss die Betreiberin bzw. der Betreiber in einem Hygienekonzept festschreiben. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, sind die Kontaktdaten der Anwesenden zu notieren.
Rehasport kann auch als Individualsport betrieben werden."

Die zusätzlich eingefügten (oben unterstrichenen) Worte bzw. Formulierungen stellen eine erneute weitergehende Konkretisierung der Zulässigkeit von Rehasport dar:

  • Ärztlich verordneter Rehabilitationssport nach § 64 Abs. 1 Nr. 3 SGB ist eine medizinisch notwendige Behandlung (und nichts anderes!) und darf auch in der Gruppe stattfinden. 
  • Voraussetzung für die Zulässigkeit von Rehabilitationssport in Gruppen auch in Zeiten der Pandemie ist die Umsetzung eines strengen Schutzkonzeptes.
Im übrigen gilt dies dann ebenso für das in Niedersachsen weit verbreitete Funktionstraining.

Die divergierende Auslegung desselben Sachverhalts in den einzelnen Bundesländern ist eine Folge unserer föderalen Struktur. Persönlich kann ich die Vorteile daraus nicht erkennen.

Viele Grüße aus Berlin

Thomas Roth
Vorsitzender des Vorstands

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